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Vor einigen Tagen hatte ich eine Diskussion …? Auseinandersetzung ….? hm, nennen wir es Streitgespräch mit einem bekennenden AfD-Wähler. Nach Austausch sattsam bekannter Argumente, die sowieso ‚da rein und dort wieder raus’gingen ohne bleibende Spuren zu hinterlassen, fiel dieser eine Satz, der mich aufhorchen ließ: „Ich will mein Deutschland zurück, das ich kenne.“ – Was mein Diskussions- bzw. Streit-Partner damit meinte? Muss ich Angst haben, mir das vorzustellen? – „Grenzen dicht und raus mit dem Gesockse.“ – „Aaah ja! Aber ähhh, wie bitteschön stellen Sie sich das praktisch vor?“ – „Ungarn schafft es ja auch“. 

So, so – die Ungarn schaffen das auch. Aber wie stellen sich das die Herren und Damen Scharfmacher eigentlich mal ganz praktisch vor, die ‚Grenze dicht zu machen‘? – nur diese eine Frage sei gestattet. Es ist eine rein praktische Frage, ich möchte sie auch nicht unter politischen, sondern unter rein handwerklichen Gesichtspunkten stellen. Es wurde seriös ausgerechnet, dass, um einen ‚eisernen Vorhang‘ wieder neu zu bauen, wir sechs Jahre mit dieser Dauerbaustelle beschäftigt wären (mal ganz davon abgesehen, wo der Grenzzaun dann verlaufen müsste, da ergeben sich auch ganz konkrete geographische Hindernisse, bzw. Eigentümer, die sich vor Gericht wehren würden, aber das lassen wir jetzt mal beiseite, genauso wie die Tatsache, dass Großprojekte in Deutschland oft nicht im Zeitplan bleiben …) – Die Beantwortung der praktischen Frage führt in letzter Konsequenz und logisch zu Ende gedacht, zur Petry-Aussage des Scheiß-Befehls (nein, ich habe mich nicht vertippt).

Und noch ein Argument: Ihr wisst ja, wie die Kosten bei Bauprojekten in Deutschland explodieren. Einfach mal nachgefragt: wäre dieses Geld nicht besser in Integration angelegt?

Nein, so leid es mir tut: das Deutschland, dass sich mein Diskussions- und Streitpartner so schmerzlich herbeisehnt, wird es nie mehr geben, hat es vermutlich auch nie gegeben und das ist gut so. Übrigens: der Herr ist schon etwas älter, er kam selbst als Flüchtling nach Deutschland, aber – immerhin – er war ‚Deutscher‘. Ich habe dieses Thema nicht vertieft, musste aber an einen mir bekannten Lehrer denken, der sich ‚Ali‘ nannte, weil er seinen Vornamen ‚Alfred‘ nicht leiden konnte. Der war auch Deutscher, schon seit Generationen … trug aber einen dunklen Vollbart … Ihr könnt Euch wahrscheinlich denken, was er gefragt wurde, wenn er als Geburtsort Köln angab. Und wie war das mit dem rothaarigen Türken, der unverfälschtes Kölsch sprach und sich über die Vietnamesen aufregte?

Hirn einschalten. Denk mal!

 

 

 

Posted by:ulrikeblatter

Autorin, Ärztin, Gärtnerin, Reisende, Freundin - ich begegne Menschen und liebe das Leben. Immer. Bedingungslos. Auch wenn es weh tut.

Eine Antwort auf „„Ich will ‚mein‘ Deutschland zurück …“

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