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Gibt es etwas Schöneres als Bücher zu schreiben? Vielleicht ist es das Lesen von Büchern.

Krimis. Liebesromane. Gesellschaftsromane. Kurzgeschichten. Fantasy. Lyrik. Kinderbücher. Jugendbücher. Sachbücher. Kochbücher. Telefonbücher …. 😉

„Eskapismus!“, rufen die Zeitungsleser und rascheln mit den Blättern des Politik- und Wirtschaftsteils. Das Lesen von Belletristik, gar Lyrik sei infantile Weltflucht. Das Lesen schöner Bücher sei verantwortungslos in einer Welt, die aus den Fugen scheint. Und sowieso: Das Schreiben sei wirkungslos gegen Bombenterror, massenhaften Tod und gesellschaftliche Kälte.

Wirklich?

Haben literarisch Schreibende nicht schon immer die Aufgabe wahrgenommen gesellschaftliche Entwicklungen aufzuspüren, bevor sie ’spruchreif‘ wurden? Wirkten sie nicht oft als Seismographen, die politische Erdbeben voraussagten, wenn sich die Öffentlichkeit noch in vermeintlicher Sicherheit wiegte? AutorInnen sind denkende und fühlende Avantgarde, die Themen auf den Punkt bringt, wenn die öffentliche Wortwahl noch in der Schwebe ist. Schreibende, die sich nicht zu fein sind, die Wahrheit auch zwischen den Zeilen zu suchen. Dabei wissend, dass es ‚die Wahrheit‘ nicht gibt, sondern alles von der Perspektive abhängt. Und wenn das Schreiben schon nicht die Welt verbessert, bleibt immer noch die schmerzhafte Rolle des unbestechlichen Chronisten. Auch die Bedeutung eines unabhängigen Journalismus ist uns spätestens 2016 schmerzlich kalr geworden.

Das ist schön und gut. Aber wem hilft es? Ich meine: wem hilft es konkret?

Hierzu gäbe es viele sehr theoretische Antworten, über die sich wunderbar schreiben ließe.

Aber es gibt hier und heute und ganz konkret eine Möglichkeit wie Schreibende und Lesende mit und durch Bücher Leben retten können.

Da gibt es nämlich diese wunderbare Initiative mit Namen „Autoren helfen“: Fünf AutorInnen haben sich zum Ziel gesetzt, etwas gegen das Flüchtlings- und Kriegselend zu unternehmen.

Infantil? Naiv?

Nein.

Denn diese Initiative wirkt.

Zum Beispiel konnten in diesem Jahr 322 Flüchtlingspaten gewonnen werden, die mit ihren Spenden ermöglichten, dass zwei Familien (acht Menschen!) aus Syrien in Sicherheit gebracht wurden. Die Aktion hieß „Bücher, nicht Boote“.

Was war die Motivation für dieses wunderbare Engagement?

Bücher.

Krimis. Liebesromane. Gesellschaftsromane. Kurzgeschichten. Fantasy. Lyrik. Kinderbücher. Jugendbücher. Sachbücher. Kochbücher. Nein – meines Wissens keine Telefonbücher;-)

AutorInnen und Verlage spendeten signierte Bücher mit persönlichen Widmungen und daraus organisierten die InitiatorInnen dieser Aktion eine Bücher-Flat, die alle FlüchtlingspatInnen monatlich mit einem frischen Buch versorgte. Ein Jahr lang.

Den bürokratischen Aufwand und die Lagerlogistik mag ich mir jetzt gar nicht vorstellen (sonst schreibe ich nämlich diesen Blogbeitrag nicht zu Ende, sondern entwickle eine skurrile Kurzgeschichte mit umstürzenden Bücherstapeln und statischen Problemen in Mietwohnungen ….).

Aber Tatsache: Allein das Versprechen auf ein monatliches Büchergeschenk, rettete acht Menschen aus der Kriegshölle Syrien das Leben. Ganz konkret.

Und da geht noch mehr. Mit Geldspenden werden weitere sinnvolle Lebensretter-Projekte unterstützt.

Das ist so toll, dass ich diese Aktion gerne weiter empfehle. Ihr könnt mithelfen.

Als Lesende.

Aber auch als AutorInnen: es fehlen nämlich noch einige Bücher um die benötigten 4000 Titel voll zu machen.

Seid Ihr mit dabei?

Bücher statt Boote. Hier seht Ihr, wer schon alles mitgemacht hat. Ihr seid wirklich in bester Gesellschaft 😉

 

Posted by:ulrikeblatter

Autorin, Ärztin, Gärtnerin, Reisende, Freundin - ich begegne Menschen und liebe das Leben. Immer. Bedingungslos. Auch wenn es weh tut.

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