Von lockeren Schrauben und wildem Camping in Trient

Die heutige Etappe führt von Bozen über Trient nach Rovereto. Aus der Vogelperspektive könnte man jetzt schon den Gardasee erkennen, aber den wird Joachim rechts liegen lassen.

So sieht die Streckenplanung aus:

Faszinierend, dass diese Straße seit über zweitausend Jahren existiert. Kaiser Claudius ließ sie als erste richtige Straße über die Alpen erbauen. Sie verband den Adriahafen Altinum mit der Donau. Sie wird auch als „Kulturachse“ Europas bezeichnet. Schon damals wurden nämlich nicht nur Waren transportiert, sondern auch Religionen, Kunst und politische Ideen. Heute gehört die Via Claudia Augusta zum Wegenetz der Europäischen Fernwanderwege: EVO 7 (Eurovelo 7) führt vom Nordkap bis nach Sizilien. In Tirol ist er fantastisch ausgebaut. Der Straßenzustand wird sich jedoch als genauso wechselhaft erweisen wie das Wetter …

Aber noch ist alles in Ordnung. Es läuft – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes:

Vorbei am Kalterer See führt der Radweg über eine stillgelegte Bahntrasse. Man sieht’s (auf den zweiten Blick):

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Und dann heißt es endgültig Tschüss und Arrivederci Tirol! („Adige“ heißt übrigens Etsch, wie der Fluss, der dem Radweg seinen Namen gab)

Trient (Trento) ist eine lebendige Universitätsstadt, Hauptstadt der autonomen Region Trient und ein architektonisches Schatzkästchen. Als geographische und kulturelle Schnittstelle zwischen deutscher und italienischer Kultur, war Trient schon immer sehr wichtig. Die Stadt wurde nicht nur umworben, sondern auch umkämpft. Aber vor allem wurde investiert. Man sieht es an den prächtigen Gebäuden, dass die Trient seit Jahrhunderten sehr wohlhabend ist. Kleiner Stadtbummel gefällig?

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Nächste Station ist das Städtchen Rovereto, das ebenfalls eine wechselvolle Geschichte hinter sich hat. Es war lange unter venezianischer Herrschaft, was sich auch am Baustil der Häuser zeigt. Die Altstadt mit Gässchen und Palazzi lädt zum entspannten Bummeln ein.

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Aber noch nimmt sich Joachim wenig Zeit. Noch ist er unterwegs wie ein „Kilometerfresser“. Getrieben von … ja, wovon eigentlich? Zum Beispiel von der Suche nach einem Campingplatz, der sich nicht dort befindet, wo er eigentlich sein sollte. Und wenn er sich dann endlich findet, ist er geschlossen – es ist ja erst April und noch nicht Saison. Joachim radelt weiter. Und es wird kühler. Wolken ziehen auf. Das Schicksal denkt sich jedoch, dass ein wenig Ausbremsen gar nicht schaden könnte und überlegt sich etwas. Kurz darauf macht es leise „Klack!“ und Joachim hat eine Schraube – nein, nicht locker, sondern verloren. Glücklicherweise findet sich rasch Ersatz 😉

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Ein Campingplatz findet sich jedoch nicht. Also ist Wild-Campen angesagt. Und mit dem wohlverdienten Abendessen verschwinden Stress und Anspannung …

Die nächste Etappe führt von Julia nach Romeo und dann weint sogar der Himmel … 🙂

Und wer auch bei unserer nächsten großen Radreise im September 2017 mit dabei sein will, klickt hier:

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Posted by:ulrikeblatter

Autorin, Ärztin, Gärtnerin, Reisende, Freundin - ich begegne Menschen und liebe das Leben. Immer. Bedingungslos. Auch wenn es weh tut.

Eine Antwort auf „Giro di Limone 4: Zeitreise auf der Römerstraße

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